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Siemens Energy bietet eine interessante Turnaround-Story. Nachdem Siemens Energy aufgrund von Problemen bei der Windturbinentochter Siemens Gamesa tief in die roten Zahlen gerutscht war, sollten die Restrukturierungsmaßnahmen die Trendwende einleiten. Da Siemens Energy bei Elektrolyseuren zur industriellen Herstellung von grünem Wasserstoff sowie bei Smart-Grid-Lösungen stark aufgestellt ist, sollte man mittelfristig von milliardenschweren Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren. Auch fundamental ist Siemens Energy mit einem KGV26e von 13,5 nicht teuer.

Siemens Energy profitiert massiv von der Energiewende!

Siemens Energy hat sich nach dem Spin-Off von der Konzernmutter Siemens in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Player im Bereich der erneuerbaren Energien gewandelt. Neben dem Kerngeschäft mit Gasturbinen und Kraftwerksanlagen zur konventionellen Stromerzeugung hat Siemens Energy sein Portfolio in den vergangenen Jahren systematisch ausgebaut. Als einer der führenden Anbieter für Großelektrolyseure zur Herstellung von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab sollte Siemens Energy übergeordnet massiv vom Übergang zur Wasserstoffwirtschaft profitieren, zumal man hier mit Branchengrößen wie Air Liquide kooperiert. Auch bei so genannten Smart-Grid-Lösungen für Energie- und Stromnetze ist Siemens Energy bestens aufgestellt und sollte daher von milliardenschweren Investitionen in den Stromnetzausbau profitieren. Hier bietet man neben Netzleittechnik, intelligenten Stromzählern, Automations- und Fernüberwachungssystemen auch ganzheitliche Energiemanagementlösungen an. Damit können Energieversorger Schwankungen, die bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Solarstrom entstehen, ausgleichen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit leisten. Komplettiert wird das Portfolio durch intelligente Batteriespeichersysteme und so genannte Power-to-X-Solutions, mit denen sich Wind- oder Solarstrom beispielsweise in grünen Wasserstoff umwandeln lässt.

Restrukturierung bei Windturbinentochter Siemens Gamesa

Ausgebremst wird Siemens Energy derzeit vor allem durch die defizitäre Windturbinensparte Siemens Gamesa. Siemens Energy hatte den spanischen Windturbinenhersteller im Februar 2023 vollständig übernommen und sich damit neben Branchengrößen wie Vestas als einer der führenden Player in diesem Multi-Milliarden-Markt positioniert. Aufgrund massiver Qualitätsprobleme bei der Produktion von Onshore-Windkraftanlagen sah sich Siemens Energy Ende August 2023 genötigt, den Vertrieb von Onshore-Plattformen vom Typ 4.X und 5.X auf Eis zu legen. Die anhaltenden Qualitätsprobleme bei Siemens Gamesa sorgten auch bei Siemens Energy für deutliche Bremsspuren beim Konzernergebnis, wobei man allein im Fiskaljahr 2022/23 aufgrund von Qualitätsmängeln und hohen Reparaturkosten im Windturbinensegment über einen Milliardenverlust quittieren musste. Mit den nun eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen will Siemens Energy nun die Probleme bei seiner defizitären Konzerntochter in den Griff bekommen. Durch rigide Sparmaßnahmen, Zusammenlegung von Hierarchieebenen und umfangreiche Stellenstreichungen will man die Kostenbasis bei Siemens Gamesa optimieren. Weiterhin festhalten will Siemens Gamesa am Onshore-Windturbinengeschäft, das zuletzt maßgeblich für die hohen Verluste der spanischen Konzerntochter verantwortlich war. Allerdings will man sich im Onshore-Turbinensegment künftig ausschließlich auf die Kernmärkte in Nordamerika und Europa fokussieren, was mit deutlichen Kürzungen bei den Produktionskapazitäten einhergeht. Weiter festhalten will man am Offshore-Turbinensegment, bei dem man sich aktuell auf den Hochlauf der Produktionskapazitäten fokussiert. Im Zuge des eingeleiteten Sanierungsprogramms soll Siemens Gamesa bis 2026 wieder die Gewinnzone erreichen.

Siemens Energy überrascht in Q2 mit Gewinnsprung!

Anfang Mai überraschte Siemens Energy mit einem sehr starken Q2-Ergebnis. Bei einem Umsatzanstieg von 8,0 bis 8,3 Mrd. Euro verbesserte sich der bereinigte operative Gewinn (EBIT) vor allem dank der starken Entwicklung bei der Konzernsparte Grid Technologies unerwartet deutlich von 41 auf 107 Mio. Euro während der Analystenkonsens hier lediglich einen operativen Gewinn von 3 Mio. Euro erwartet hatte. Auch unterm Strich überraschte Siemens Energy mit einem Nettogewinn von 108 Mio. Euro, nachdem man im Vorjahresquartal hier noch einen Nettoverlust von -189 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Sehr solide entwickelte sich auch der Auftragseingang. Hier lag man mit 9,5 Mrd. Euro zwar aufgrund des Einbruchs beim Ordereingang im Windturbinensegment recht deutlich unter dem hohen Vergleichswert des Vorjahresquartals (12,3 Mrd. Euro). Allerdings hatten Analysten im Vorfeld lediglich mit einem Auftragseingang von knapp 9,0 Mrd. Euro gerechnet.

Siemens Energy hebt Jahresprognose an – Moderate Bewertung

Nach dem besser als erwarteten Q2-Zahlenwerk überraschte Siemens Energy im Anschluss mit einer Anhebung der Jahresprognose. Demnach rechnet man nun mit einem Umsatzanstieg in der Spanne von 10 bis 12 %, nachdem man zuvor lediglich ein Erlösplus von 3 bis 7 % in Aussicht gestellt hatte. Auch in puncto Profitabilität zeigte sich Siemens Energy nun etwas optimistischer und rechnet für 2023/24 mit einer bereinigten operativen Gewinnmarge von -1 bis +2 % (zuvor: -2 bis +1 %). Da man bei der Restrukturierung der defizitären Windturbinentochter Siemens Gamesa weitere Fortschritte macht und gleichzeitig über ein prall gefülltes Orderbuch verfügt, dürfte das Konzernergebnis bei Siemens Energy mittelfristig deutlich zulegen. So erwartet der Analystenkonsens nach einem Übergangsjahr 2023/24 für das kommende Fiskaljahr bereits einen Gewinn von 63 Cent je Aktie. Für 2025/26 rechnet der Analystenkonsens bereits mit einem EPS von 1,74 Euro. Damit sinkt das KGV auf 13,5, was auch im Branchenvergleich moderat erscheint.

Produktidee: Discount-Zertifikat Classic auf Siemens Energy AG

Eine attraktive Alternative zur Direktanlage in die Aktie sind Discount-Zertifikate. Anlegern steht eine Auswahl an entsprechenden Produkten auf den Basiswert Siemens Energy AG zur Verfügung. Ein Beispiel ist ein Discount-Zertifikat mit der WKN: DQ2D71, das am 27.06.2025 fällig wird (Rückzahlungstermin) und mit einem Discount zum Kurs der Aktie Siemens Energy AG notiert. Der Anleger erhält keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) und hat keine weiteren Ansprüche aus dem Basiswert. Die Höhe der möglichen Rückzahlung wird bei 20,00 Euro begrenzt.

 

Für die Rückzahlung des Zertifikats gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Liegt der Schlusskurs des Basiswerts Siemens Energy AG an der maßgeblichen Börse am 20.06.2025 (Referenzpreis) auf oder über dem Cap, erhält der Anleger den Höchstbetrag von 20,00 Euro.

2. Liegt der Referenzpreis unter dem Cap, erhält der Anleger einen Rückzahlungsbetrag, der dem Referenzpreis multipliziert mit dem Bezugsverhältnis (1,00) entspricht. Der Anleger erleidet einen Verlust, wenn der Rückzahlungsbetrag unter dem Erwerbspreis des Produkts liegt.

Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust tritt ein, wenn der Referenzpreis null ist. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.

 

Das vorliegend beschriebene Discount-Zertifikat richtet sich an Anleger, die einen Anlagehorizont bis zum 27.06.2025 haben und davon ausgehen, dass der Basiswert Siemens Energy AG am 20.06.2025 auf oder über 20,00 Euro liegen wird.

 

Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

 

Stand: 14.05.2024, DZ BANK AG / Online-Redaktion

 

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