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DZ BANK – Deutsche Post: Kerngeschäft schwächelt

Die Lage: Einsparungen kosten Geld

Wenn man darauf achtet, sieht man in den Städten eigentlich überall die gelben Post-Transporter. Denn mit ihrem Paketdienst DHL profitiert die Deutsche Post vom boomenden Online-Geschäft. Gerade in der nun begonnenen Vorweihnachtszeit und den auch hierzulande immer mehr in Mode kommenden Rabattschlachten zum Black Friday zeigt sich der zunehmende Stellenwert des Shoppings über das Internet. Für die Verbraucher ist es besonders komfortabel, zu Hause auf der Couch auf Schnäppchenjagd zu gehen. Ein wachsender Berg an Paketen ist die Folge. Die Kehrseite der Medaille dieser Entwicklung für die Deutsche Post sind steigende Kosten aufgrund von immer mehr benötigten Mitarbeitern, die immer schwerer zu bekommen sind. Steigende Personalkosten gibt es außerdem im Briefgeschäft. Gleichzeitig gehen hier die zugestellten Mengen von Jahr zu Jahr zurück. Weil die Post jeden Haushalt täglich beliefert, verzeichnet sie so zunehmend Druck auf die Margen. Gebündelt ist das Brief- und Paktgeschäft in der Sparte Post – eCommerce – Parcel (PeP).

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Um die Kosten in dieser Kernsparte in den Griff zu bekommen, wurden einige Maßnahmen zur Verbesserung der Produktivität sowie zur Senkung der Kosten ergriffen. Beispielsweise setzt der ehemalige Staatskonzern auf die Frühverrentung von Postbeamten. Außerdem erhofft sich das Unternehmen Einsparungen aus der gebündelten Zustellung von Briefen und Paketen. Aktuell ist von den Kostensenkungen allerdings noch nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die Sanierung kostet Geld, was auch im dritten Quartal die Gewinne belastet hatte. Während der Umsatz organisch um 4,7% auf 14,8 Mrd. Euro zunahm, schrumpfte das Nachsteuerergebnis um 77,2% auf 146 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich um 54,9% auf 376 Mio. Euro. Die Sparte PeP schrieb sogar rote Zahlen. Wesentlich besser lief es in den anderen drei Bereichen Express (eilige Dokumente und Waren), Global Forwarding Freight (Spediteur für Luftfracht, Seefracht und Landverkehr) und Supply Chain (Kontraktlogistik). Sie verzeichneten allesamt EBIT-Steigerungen.

Die Perspektive: EBIT-Ziel mutet sehr ehrgeizig an

Vor den belastenden Faktoren in der Kernsparte PeP hatte der Vorstand bereits im Juni gewarnt und eine entsprechende Gewinnwarnung für das Gesamtjahr ausgesprochen. Die seinerzeit gemachten Prognosen wurden nun bestätigt. Die Deutsche Post peilt demnach ein EBIT von rund 3,2 Mrd. Euro an. Die Sparte PeP soll dazu inklusive des erwarteten Restrukturierungsaufwandes etwa 0,6 Mrd. Euro beitragen. Ursprüngliches Ziel für das Konzern-EBIT waren 4,15 Mrd. Euro, wozu der Bereich PeP 1,5 Mrd. Euro beisteuern sollte. Bei Vorlage der Neunmonatsbilanz bekräftigte das Management zudem die längerfristigen Ziele und setzt dabei auf die Erfolge der nun umgesetzten Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenbasis. Demnach soll 2020 ein EBIT von mehr als 5 Mrd. Euro erzielt werden. Davon sollen rund 1,7 Mrd. Euro auf die Sparte PeP entfallen. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Post ein EBIT von 3,74 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Das 2020er-Ziel mutet nach unserer Einschätzung sehr ehrgeizig an und es bedarf einiger Anstrengungen, um es zu erreichen. Außerdem könnten die Erwartungen kassiert werden, beispielsweise wenn sich die geplante Erhöhung des Briefportos weiter verzögert. Die Deutsche Post wollte eigentlich das Porto zum Jahreswechsel von bisher 70 auf 80 Cent für den Standardbrief anheben. Weil nicht alle notwendigen Daten eingereicht wurden, hatte die Bundesnetzagentur das Genehmigungsverfahren jedoch Ende Oktober erst einmal auf Eis gelegt. Eine Entscheidung kündigte sie für das erste Halbjahr 2019 an. Der Konzern zeigte sich zuletzt zuversichtlich, dass die Portoerhöhung noch im ersten Quartal kommt. Aber selbst eine Anhebung des Portos ist aus unserer Sicht nur ein Baustein. Auch in den übrigen Sparten darf es zu keinen unvorhergesehenen Einschnitten kommen, sonst dürfte das EBIT-Ziel für 2020 zur Disposition stehen.

Eine weitere Gewinnwarnung dürfte den Aktienkurs u.E. zusätzlich belasten. Die Aktie sehen wir bereits seit dem Allzeithoch von Dezember 2017 in einer Abwärtsbewegung, in deren Verlauf sie im Juli ein Tief bei 27,23 Euro markierte. Dabei wurde auch das 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 27,88 Euro unterschritten, das sich aus der Aufwärtsbewegung seit 2016 ableiten lässt. Die folgende dynamische Erholung stellte sich aus unserer Sicht nur als Gegenbewegung im Abwärtstrend heraus, der neue Abgaben folgten. Im Oktober wurden dabei das Julitief und das 61,8%-Fibonacci-Retracement getestet. Kurzzeitig unterschritten, hielt diese potenzielle Unterstützungszone jedoch erst einmal. Ein nachhaltiger Bruch der Unterstützung bleibt unserer Einschätzung zufolge jedoch ein mögliches Szenario, in dem dann mit einer Fortsetzung der übergeordneten Abwärtsbewegung zu rechnen ist. Entsprechend könnten dann trendfolgende Short-Positionen infrage kommen. Ein erstes Kursziel sehen wir in diesem Fall im Bereich von 22 Euro. Das skizzierte Szenario wird obsolet, wenn es der Aktie gelingt, die seit Oktober auszumachende kurzfristige Konsolidierungsphase nach oben aufzulösen, was mit einem Anstieg über 29,34 Euro der Fall wäre. Entsprechend bietet sich ein Stop-Loss knapp über dieser Marke an.

Die Anlageidee: Endlos-Turbo Short auf Deutsche Post

Mit einem Hebelprodukt können Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollzieht z.B. ein Endlos-Turbo Short auf die Deutsche Post die negative, aber auch die positive Kursentwicklung der Aktie gehebelt nach. Auf den Basiswert Deutsche Post stehen Anlegern verschiedene Endlos-Turbos Short zur Verfügung. Ein Beispiel ist der Endlos-Turbo Short mit einer aktuellen Knock-Out-Schwelle von 34,2268 Euro. Wird die Knock-Out-Schwelle berührt, verfällt das Zertifikat wertlos.

Risikobeschreibung

Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 27.11.2018
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

Endlos Turbo Short 34,2236 open end: Basiswert Deutsche Post

DD8KBR
// Quelle: DZ BANK: Geld 29.11. 08:30:04, Brief 29.11. 08:30:04
0,57 0,58 3,64 Basiswertkurs: 28,480 EUR
Geld in EUR Brief in EUR Diff. Vortag in % Quelle: Xetra, 28.11.
Basispreis 34,2236 EUR Abstand zum Basispreis in % 20,17
Knock-Out-Barriere 34,2236 EUR Abstand zum Knock-Out in % 20,17
Hebel 4,92x Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 0,10

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